Retusche

Schön(er) schummeln!

 

Das kennst du sicher: Auf dem Foto von dir und deinen
Freunden schaut ihr aus wie Aliens – mit roten „Blitz“-
Augen. Zum Glück kannst du an der Digitalkamera und
später am Computer diese Fotos mit nur einem Klick in
den „Normalzustand“ zurückverwandeln. Doch es gibt
noch viel mehr Möglichkeiten, Bilder zu verändern. In
Zeitschriften und in der Werbung sieht man überwiegend
Fotos von Leuten, vor allem Stars, die dank „Beauty-Retusche“
aufgehübscht sind. Wir von der Kinderredaktion
wollten wissen, wie das genau geht, und befragten dazu
drei Profis von der Designschule München*.

 

Schönheit liegt im Auge des Betrachters
Schöner ist nicht gleich besser. Ob wir jemanden
schön finden, hängt nämlich auch
davon ab, wie die Person auf andere wirkt,
fröhlich und offen zum Beispiel. Und wie
sie einen gerade anschaut, genervt oder gelassen.
„Für mich kann eine rein technisch
schöne Person wie eine Frau mit glatter
Haut, großen Augen und schmalem Gesicht
viel ,unschöner’ sein als jemand mit
Sommersprossen oder spitzer Nase. Jeder
ist anders und etwas Besonderes, warum
soll man das nicht auch im Gesicht gleich
sehen?“, fragt Regina Speer.

 

Gute Retuschen, schlechte Retuschen
Wir wollen natürlich wissen, ob man erkennen
kann, dass ein Bild bearbeitet worden
ist. Die einhellige Antwort: Manchmal
gibt es echte Fehler im Bild, etwa eine Hand
auf der Schulter, die zu entfernen man vergessen
hat. So etwas sieht man sofort, aber
normalerweise kann ein ,ungeübtes’ Auge
die Bearbeitung nicht nachvollziehen. Die
drei von der Designschule, die sich in ihrem
Studium damit häufiger beschäftigen,
haben natürlich schon eher einen Blick
dafür. Anja Kißkalt: „Wenn wir Werbung
auf Plakatwänden sehen, dann lachen wir
schon mal darüber, wenn die Bilder z.B.
schlecht ausgeschnitten und/oder zusammengesetzt
wurden.“ Auf eines muss ein
Bildbearbeiter eben immer achten: Auch
wenn sein Werk künstlich verändert ist,
künstlich wirken darf es nicht.

 

retusche

 

 

 

 

 

Michael war ganz mutig und hat sich von Stefan Voggenauer
in einen Freak verwandeln lassen! Lustig,
oder? Willst du auch mal richtig breit grinsen
oder ein langes Gesicht machen? Um solche
„Quatsch-Gesichter“ zu erstellen, gibt es
im Internet verschiedene Programme. Wir
empfehlen das kostenlose „Tux Paint“
für Kinder – zum Malen, Zeichnen, Stempeln
und mit vielen Tricks, die Bilder verzerren,
aufblasen oder verwischen. Frag
deine Eltern, die können dir weiterhelfen
oder noch andere Tipps geben!

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„Wie lange dauert so eine Bildbearbeitung?“
… will Isi wissen – und Regina Speer weiß eine Antwort: „Das
hängt davon ab, was man alles verändern will. Eine einfache
Porträt-Retusche dauert ein paar Stunden, wenn man es gut
macht. Beauty-Retuschen sind da schon aufwendiger, je nachdem,
was das Ziel sein soll. Wenn auch noch Haare freigestellt
oder verändert werden sollen, dann hält das ganz schön auf,
weil die so kleinteilig sind.“

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„Warum macht man „Beauty-Retusche“ eigentlich?“
… fragt Sabrina. Und Anja
Kißkalt antwortet: „Aus dem
Wunsch nach Perfektion heraus.
In der Werbung will man den
Leuten verklickern: Was schön
ist, muss gut sein, oder: Wenn
das schöne Menschen nehmen
oder tragen, dann werde ich
auch schön.“

 

Text: Sabrina, Michael, Isi

 

*) Ganz genau heißt die Schule:

Städtische Berufsfachschule für Kommunikationsdesign an der Deutschen Meisterschule für Mode

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