„Wenn die Katze brennt, fahren wir mit!“

Die Freiwillige Feuerwehr München feiert 2016 ihr 150-jähriges Bestehen. Beim Kindermediencamp 2016 hatten wir die Gelegenheit, ein brandheißes Interview mit einem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu führen und alles über das Leben als Brandbekämpfer zu erfahren!

 

 

Ein Interview von Laura und Lena mit Bernhard Schewe von der Freiwilligen 
Feuerwehr München

 

 

 

Hallo Herr Schewe, wir sind Laura und Lena! Dürfen wir du sagen?

 

Natürlich, ich bin der Bernhard.

 

 

Ist Feuerwehrmann Dein Traumberuf? Warum ?

 

Ich bin da eigentlich rein gewachsen. Meine ganzen Spezl waren bei der Feuerwehr, mein Bruder war da drin und da war absolut klar für mich, dass ich mit 14 zur Jugendfeuerwehr geh.

Das war ein Traumberuf und ist es nach wie vor.

 

 

Ihr löscht ja nicht nur Brände, was machst Du denn noch für spektakuläre Sachen?

 

Wir machen auch technische Hilfeleistung. Wenn zum Beispiel ein Autounfall ist, dann müssen wir im Extremfall die Leute auch wieder aus dem Auto raus schneiden, also möglichst schonend da raus bringen.

Zum Beispiel bei Unwetter-Einsätzen sind wir aktiv, bei der Bombe letzte Woche (am 23.03.2016 Anm.d. Red.) waren wir mit dabei. Es gibt eigentlich nichts, was wir nicht machen.

 

 

Was war das traurigste / schlimmste Erlebnis Deines Feuerwehrberufes?

 

Es ist immer schwierig, wenn man zum Helfen kommt, aber nicht helfen kann. Wir hatten zum Beispiel mal eine Person unter der Trambahn, die war leider schwer eingeklemmt und da geht man hin, kann aber nicht helfen. Da mussten wir erst mal die Trambahn anheben.Das ist schwierig, wenn man helfen will, aber nicht hin kommt. Das ist kein schönes Gefühl.

 

 

Ging es Dir mal so schlecht dass Du Deinen Beruf aufgeben wolltest?

 

Das nicht, wir haben sehr professionelle Hilfe . Wenn wir schwerere Einsätze haben, dann kriegen wir Unterstützung von einem psychologischen Team, das uns betreut und uns hilft das Ganze aufzuarbeiten. Die können wir auch jederzeit anrufen.

 

Was war das Witzigste/ Erstaunlichste, was Du mal erlebt hast?

 

(Lacht ) Es gibt wahnsinnig viel skurrile Sachen. Aber was einem immer in Erinnerung bleibt, ist das Teamwork. Das ist einfach eine coole Truppe.

 

 

Habt ihr denn Schichten?

 

Nein, wir bei der Freiwilligen Feuerwehr haben keine Schichten. Wir haben im Endeffekt 365 Tage im Jahr Bereitschaft. Wir haben einen Funkalarm und wenn ein Einsatz ist, löst der aus. Wenn ich die Möglichkeit habe, melde ich mich bei der Einsatzleitstelle und dann fahre ich los.

 

 

 

Und wie ist es bei einem Notfall in der Nacht aus?

Die Tageszeit macht keinen Unterschied, wenn ich die Möglichkeit habe, dann muss ich zur Feuerwehr. Auch nachts, wenn ich tief und fest schlafe. Dann geht der Piepser, dann springe ich auf und geh Feuer löschen.

 

 

Wie lange arbeiten sie schon als freiwilliger Feuerwehrmann ?

 

Ich bin jetzt seit 17 Jahren dabei.(Lena und Laura: Oha!) Ich bin mit 14 zur Jugendfeuerwehr und habe dann alle Stationen durchgemacht.

 

 

Arbeitest du noch etwas anderes ? Wenn ja was gefällt dir besser?

 

Ich bin Elektriker. Feuerwehr ist immer noch ein Hobby. Hobby macht man immer gerne! Deswegen, wenn ich die Wahl hab bin ich lieber bei der Feuerwehr, als in der Arbeit.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Freiwilliger – und Berufsfeuerwehr?

 

Bei uns ist es ein Hobby, die Berufsfeuerwehr bekommt Geld dafür. So Kleinigkeiten wie Ölspur oder Katze auf dem Baum macht die Berufsfeuerwehr. Bei uns sagt man Katze auf dem Baum interessiert uns nicht, aber wenn die Katze brennt fahren wir mit hin. Also die haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und bei uns ist es nach wie vor ein Hobby.

 

 

Die Feuerwehr feiert ihr 150 jähriges Jubiläum. Was gibt es da besonders tolles für Kinder?

 

Die „Firetage“ ist eine Aktion, die sich über das ganze Jahr erstreckt. Angefangen von Tagen der offenen Türen in den Stadtbezirken. Dann gibt es ein großes Event auf der Theresienwiese (23./24.April – Den erlebnisbericht findet ihr in der aktuellen MüK!), da sind alle Blaulichtorganisationen vertreten. Da ist auch was für Kleinere dabei. Die können Feuerlöscher ausprobieren oder einfach ein bisschen Feuerwehr spielen, also spielend lernen, was ist überhaupt Feuerwehr.

 

 

Welche Voraussetzungen braucht man um zur Jugendfeuerwehr zu kommen?

 

Man muss mindestens 12 Jahre alt sein. Man sollte körperlich dazu geeignet sein, also auch ein bisschen Kondition haben. Und dann ist eigentlich jeder herzlich willkommen! Es gibt in München 5 Jugendfeuerwehren und da lernt man Feuerwehr. Mit 16 macht man die Grundausbildung und kann da schon mit der Feuerwehr raus fahren.

 

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Lieber Bernhard vielen Dank für das tolle Interview!

 

 

Fotos: Ekaterina Skerleva beim Kindermediencamp 2016

 

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