E-MAIL AUS DEN USA

Die 15-jährige Münchnerin Thamina ist Schülerin des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums in Bogenhausen. Seit Ende August ist sie in Amerika und besucht dort ein Jahr lang das Internat der l in Maryland.

 

Die erste Woche in Amerika habe ich mit meiner Gastfamilie verbracht, weil das Internat noch nicht auf war. In dieser Zeit sind mir schon die ersten Unterschiede aufgefallen. Anders als bei uns essen die Amerikaner hier weniger gesund (weniger Obst und Gemüse und mehr fett) und vor allem zu anderen Zeiten. Morgens gab es etwa Bagels mit Butter, mittags Essen in Restaurants und abends Snacks. Obwohl das Essen nicht immer so gesund war, hat es mir sehr gut geschmeckt, vor allem die Bagels! Das Frühstück fand in meiner Familie erst so gegen 12 Uhr statt, das Abendessen hingegen schon um ca. 17 Uhr. Das liegt aber nicht daran, dass hier zu anderen Zeiten geschlafen wird. Den genauen Grund kann ich aber nicht sagen.

Mich hat überrascht, dass einige Klischees echt stimmen. Anders als in München gibt es hier eigentlich keine öffentlichen Verkehrsmittel außer den Schulbus. Das heißt, jeder ist hier auf sein Auto angewiesen und benutzt das auch. Da es kaum Busse gibt, bedeutet es für Kinder, dass sie immer auf ihre Eltern angewiesen sind, wenn sie irgendwohin möchten. Das Umweltbewusstsein hier ist gering. Das erklärt, warum oft sehr lange Strecken nur für eine Kleinigkeit gefahren werden. Wasserspender statt Radlständer Dass es hier gar keine Radlständer gibt, verwundert nicht: Es fährt ja auch kaum jemand Rad! Dafür findet man in den Schulen, Einkaufsmalls
und Turnhallen fast überall Wasserspender – selbst ohne eigene Flasche ist man hier nie durstig. Genauso ist es auch in Restaurants, wo man sein Wasser immer umsonst bekommt und auch alle anderen Getränke immer nachfüllen kann.Ganz anders als in Deutschland ist auch meine Schule. Neben den wenigen Schülern, der Uniform, die wir tragen müssen, und dem riesen Campus unterscheiden sich hier auch die Stundenpläne und das Schulsystem. Wir haben hier anstatt eines WochenStundenplans „Cycle Days“ und wechselnde Klassenstunden, sodass jede Woche anders ist. Das ist anfangs verwirrend, aber wenn man reinkommt, ist es eigentlich ganz abwechslungsreich. Außerdem hat meine Schule viele Traditionen:

Manchmal singen wir die Schulhymne, immer haben wir coole Events. Eines der beliebtesten ist Ringdance – ein Tanz der 11.- und 12.-Klässler. Obwohl es mir hier super gefällt und ich sehr viel Spaß habe, freue ich mich schon auf das Essen und mehr Mobilität, wenn ich wieder zurückkomme!

Beitrag: Thamina

Photo by Ian Sane

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