THW-Jugend über Herausforderungen

So denkt die THW-Jugendgruppe München-Ost über…Herausforderungen

 

Nico (13 Jahre)

Warum ich beim THW bin? Weil‘s Spaß macht, man lernt neue Sachen dazu. Mein Vater ist ja auch dabei – er hat mich dazu gebracht.

Bei welchen Einsätzen/Veranstaltungen ich schon dabei war? Bei einigen, auch größeren Jugendlagern (Zeltlager der THW-Jugend, alle 3 Jahre bundesweit) mit bis zu 4000 Leuten.

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? (Lacht) Ja den Mastwurfknoten (Anm.: Das ist ein wichtiger Knoten im THW zur Befestigung, eigentlich der Wichtigste, den braucht man ständig).

 

Welche Herausforderung besonders anstrengend oder schwierig ist? Schwierig ist für mich nach wie vor einen Dreibock zu binden und aufzustellen. Er besteht aus 3 ca.4m langen Hölzern, die an der Spitze mit einem Seil verbunden werden. Der Knoten ist echt kompliziert und man braucht viel Kraft um ihn zu binden. Ein Fehler und man muss wieder von vorne anfangen. Dauert ewig.

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Tief durchatmen und alles noch mal Schritt für Schritt im Kopf durchgehen. Das hilft auf alle Fälle.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Ich bleib eigentlich immer ruhig und versuch dem Stress aus dem Weg zu gehen, aber klar krieg ich schon auch mal schwitzige Hände wenn es eng wird.

 

Daniel (12)

Warum ich beim THW bin? Wir machen so viele verschiedene Sachen im THW, die machen alle Spaß, da wird es selten langweilig.

Bei welchen Einsätzen/Veranstaltungen ich schon dabei war? Freizeitfahrten übers Wochenende. Kleine Einsatzübungen bei uns auf dem Gelände.

Meine größte Herausforderung? Auf unserem Gelände gibt es eine Übungsanlage mit einem Tunnelsystem, da hinunterzusteigen war nicht ohne. Da musste ich mich schon überwinden.

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? Am Tag der offenen Tür hatte unsere Jugendgruppe eine Vorführung mit Zuschauern – da hatte ich schon Bammel, da war ich noch nicht so lange dabei.

 

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Ich versuche mich zu fokussieren, ermutige mich selbst und versuche alles andere erst mal auszublenden.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Wenn ich Stress habe, ziehe ich mich am liebsten zurück, für mich ist es am besten dann alleine zu sein.

 

Jakob (14)

Warum ich beim THW bin? Ich finde es gut zu lernen, wie man später vielleicht anderen Menschen helfen kann. Im Moment sind ja auch viele THW Helfer wegen Corona im Einsatz.

Bei welchen Einsätzen/Veranstaltungen ich schon dabei war? Jugendlager, Freizeitfahrten , bei verschiedenen THW-Aktionen, Veranstaltungen im Stadtteil, Öffentlichkeitsarbeiten.

Meine größte Herausforderung? (Lacht) Nicht so viel Spezi trinken, nein ernsthaft: mir fällt es manchmal sehr schwer ruhig zu bleiben. Ich habe so eine quirlige Art.

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? Ich habe beim THW mein erstes Leistungsabzeichen in Bronze gemacht, da war ich mir so gar nicht sicher, ob ich das schaffe.

 

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Ich versuch mich auf das Ergebnis zu konzentrieren. Es hilft, wenn man immer ein bestimmtes Ziel vor Augen hat.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Für mich ist Stress nicht gut, ich hab Gott sei Dank nicht viel Stress. Ich lass mich auch nicht so leicht stressen.

 

 

Matteo (11)

Warum ich beim THW bin? Mmh, die Technik gefällt mir halt, für die Feuerwehr bin ich leider noch zu jung, aber das THW hat auch tolle Fahrzeuge und viele technische Geräte.

Meine größte Herausforderung? Da muss ich mal überlegen, wenn man etwas Neues lernt, ist es eigentlich immer eine kleine Herausforderung.

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? Ich hab immer ein wenig Schiss, wenn ich mit meinem Dudelsack jemandem vorspiele muss oder aber auch in der Schule bei einem Referat.

 

Welche Herausforderung besonders anstrengend oder schwierig ist? Wenn man etwas macht und man ist sich nicht sicher dabei. Oft glaubt man ja, ich kann es noch nicht so gut. Man traut es sich erst mal nicht zu.

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Mein Motto: Augen zu und durch.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Hinterher freut man sich dann, wenn man es geschafft hat, ich hab aber auch kein bestimmtes Ritual.

 

Quirin (11)

Warum ich beim THW bin? Mir gefällt es anderen zu helfen, und ich interessiere mich auch für die ganze Technik im THW.

Meine größte Herausforderung? Obwohl wir ja viel mit technischen Geräten arbeiten, haben wir im THW mal versucht mit einem Bogen Feuer zu bohren. Nicht so typisch für das THW. Das war für mich eine große Herausforderung. War super. Da braucht man sehr viel Geduld.

Welche Herausforderung besonders anstrengend oder schwierig ist? Besonders schwierig für mich: Eine Vorführung am Tag der offenen Tür im THW. Da habe mir nur gedacht, hoffentlich merkt es niemand, wenn ich was falsch mache oder es nicht so klappt wie es soll.

 

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Bevor es los geht. Mein Tipp: Noch eine kurz Pause machen. Dann klappt alles besser.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Einfach mal abschalten, auch mal an was anderes denken, ablenken eben. Oder einfach nur mal kurz zum Fenster rausschauen.

 

Finean (14)

Warum ich beim THW bin? Weil es einfach Spaß macht, die ganzen Übungen und die vielen Freizeitfahrten am Wochenende oder Jugendlager.

Bei welchen Einsätzen/Veranstaltungen ich schon dabei war? Bei Einsatzübungen zusammen mit der Jugendfeuerwehr.

Meine größte Herausforderung? Auf jeden Fall meine Höhenangst. Darauf wird aber viel Rücksicht genommen.

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? Eine Bachdurchquerung bei einer Einsatzübung über einen steilen Hang. Mit meiner Höhenangst nicht einfach. Ich habe es versucht und dann auch geschafft.

Welche Herausforderung besonders anstrengend oder schwierig ist? Alles was hoch ist. (Höhenangst)

 

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Es hilft mir meinen Kopf wieder frei zu bringen, wenn ich innerlich vor mich hin singe.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Ganz unterschiedlich, kommt immer auf die Situation an. Erst mal gut überlegen, ich mache mir meistens einen Plan. Was mache ich zuerst oder was ist am wichtigsten. Geht es vielleicht auch anders? Kann man etwas verschieben …

 

 

Per Ole (17 Jahre)

Warum ich beim THW bin? Mir macht es einfach Spaß sich mit Technik, Handwerk und Personenrettung zu befassen, zudem entstehen in der Gruppe natürlich auch Freundschaften. Man kann viele Aspekte mit einem normalen Sportverein vergleichen, nur dass bei uns eben nicht Fußball der kleinste gemeinsame Nenner ist, sondern der Katastrophenschutz. In meinem Fall muss ich dazu sagen, dass ich generell relativ blaulichtaffin bin und deshalb auch noch anderweitig im Sanitäts- und Rettungsdienst tätig bin.

Meine größte Herausforderung? Das ist nicht einfach zu sagen, da man an seinen Herausforderungen wächst, aber ich würde sagen der Übertritt aufs Gymnasium und nun das Abitur sind meine bisher größten Herausforderungen.

 

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? Ja so etwas erlebt man ständig: Oft in der Schule und auch im THW fragt man sich gerade in einer Übung ob man alles richtig macht, wobei es in der Übung ja genau darum geht Fehler zu machen um aus ihnen zu lernen; Anders find ich ist es für mich im Sanitätsdienst, wenn dein Patient wirklich krank oder verletzt ist und seine Gesundheit wirklich von deinen Entscheidungen abhängen kann, dann fragt man sich schon ob man alles richtig gemacht und vor allem nichts übersehen hat.

Welche Herausforderung besonders anstrengend oder schwierig ist? Nichts tun zu können-gerade in der Corona Kriese- empfinde ich persönlich immer als besonders schwer, da man ja helfen möchte aber nicht kann oder darf.

Was in Situationen hilft, die ganzen Einsatz erfordern? Ich finde Ruhe zu bewahren ist immer das wichtigste, wenn man hektisch/panisch ist macht man Fehler, außerdem strahlt deine eigene Ruhe im Dienst auch auf deine Patienten aus, was allein schon viel hilft. Um mich gut zu konzentrieren muss ich vor allem vorher genug geschlafen haben und wenn das nicht möglich ist hilft notfalls auch Kaffee.

Wie ich mit Stress umgehe, auch privat? Ich versuche einerseits genug zu schlafen, andererseits den Stress nicht an mich heran zu lassen und mir Prioritäten zu setzen um mich nicht bei eigentlich Unwichtigem zu erschöpfen.

 

Emilia (17)

Warum ich beim THW bin? Ich wollte mich schon immer ehrenamtlich engagieren. Eine Freundin kam dann auf die Idee, wir könnten uns die THW-Jugendgruppe einmal ansehen, da wir beide technikinteressiert sind. Es war sehr interessant und wir sind geblieben. Inzwischen ist es jedoch mehr als nur das ehrenamtliche Engagement für mich. Die wöchentlichen Treffen sind eine Gelegenheit für mich, meine Freunde gesammelt regelmäßig auch außerhalb der Schule zu sehen, was besonders in Klausurenphasen zeitlich schwierig ist, wenn jeder noch zusätzlich einzelne Hobbys hat. Gemeinsam unternehmen wir mit der Jugendgruppe Ausflüge und fahren sogar in Sommerlager. Wir sind beim THW eine große Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen, das gefällt mir.

Bei welchen Einsätzen ich schon dabei war? Ich habe schon an einem Jugendlager teilgenommen und bin mit auf Hüttenwochenenden gefahren, die drei bis viermal jährlich stattfinden. Außerdem war ich bei diversen Übungen gemeinsam mit dem BRK und der Feuerwehr dabei und habe im Winter mehrmals beim jährlichen Christbaumsammeln geholfen.

Meine größte Herausforderung? Bis jetzt gab es in meinem Leben eher viele kleine Herausforderungen, zum Beispiel bei Sportwettkämpfen oder, wenn ich ein neues Akrobatikelement lernen wollte. Die aktuellste größere Herausforderung war die Führerscheinprüfung im letzten Jahr, die ich dann zum Glück bestanden habe. Die nächste Hürde, die auf mich zukommt ist das diesjährige Abitur.

 

Eine Situation, vor der ich mich gefragt habe, ob ich sie schaffe? Tatsächlich war ich bisher eigentlich immer zuversichtlich, alles was ich mir vornehme oder was mir aufgetragen wird, zu schaffen. Ich vertraue da meinen Fähigkeiten. Aber besonders vor der Führerscheinprüfung habe ich ein bisschen gezweifelt, da ich sehr viele kenne, die dort beim ersten, manchmal auch beim zweiten Mal, durchgefallen sind. Das hängt vom jeweiligen Prüfer ab und der Verkehrssituation zur Zeit deiner Prüfung. Auch in der Schule gab es Zeiten, in denen ich mich gefragt habe, wie ich den Berg an Arbeit (etwa vor Tests, wenn man gleichzeitig für mehrere Fächer lernen muss) zeitlich bewältigen soll.

Welche Herausforderung für mich persönlich besonders anstrengend oder schwierig ist? Was im Alltag oft schwierig ist, ist einen Ausgleich zwischen dem Lernen, dem Freunde-Treffen, den Hobbys und der Zeit für sich zu finden, das ist besonders in der Oberstufe immer anstrengender geworden. Manchmal fehlt einem einfach die Zeit, sich um all diese Dinge gleichermaßen zu kümmern. Wenn man das nicht schafft und wegen der Schule etwa kaum Zeit mit Freunden verbringen kann, ist man gestresst.

 

Was mir hilft in Situationen hilft, die meinen ganzen Einsatz erfordern? Ich sorge dafür, dass es keine Ablenkungen gibt, nur so kann man sich voll und ganz auf eine Sache konzentrieren. Beim Lernen heißt das zum Beispiel, dass ich das Handy weglege und mir einen ruhigen Ort suche, wo ich ungestört bin. Bei Sportwettkämpfen ist das wiederum schwieriger, man kann ja nicht einfach fordern, dass alle anderen die Wettkampfhalle verlassen, nur damit man selbst ungestört ist. In solchen Situationen hilft es, die Umgebung einfach auszublenden. Man fokussiert sich in Gedanken voll und ganz auf das, was man gleich tun wird, geht zum Beispiel Bewegungsabläufe noch einmal durch, und denkt in diesem Moment nur an sich selbst.

Was auch hilft, besonders in anstrengenden Situationen, ist, sich eine Belohnung für danach zu versprechen. Nach einer langen Lernphase kann man sich abends etwa mit einem Film und Snacks entspannen. So hat man etwas, worauf man sich nach getaner Arbeit freuen kann und kann sich währenddessen konzentrieren. Auch regelmäßige Pausen helfen, konzentriert zu bleiben. Man kann zwischendurch etwas essen oder trinken, oder einfach kurze Zeit entspannt nichts tun, um den Körper und den Geist ausruhen zu lassen.

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