Total abgehoben! Besuch beim Drohnen-Hersteller

Besuch bei einem Drohnen-Hersteller – Interview, Teil 2


Drohnen sind total IN – und stehen sicher auf dem einen oder anderen Wunschzettel. Als „fliegende Roboter“ werden Drohnen überall da eingesetzt, wo wir Menschen nicht hinkommen oder wo es nicht gut wäre, so hoch hinaus oder so nah dran zu kommen. Wo und wie das geht, wollten wir von der Kinderredaktion genau wissen. Lest hier Teil 2 des Interviews mit dem Drohnen-Experten Matthias Beldzik von Ascending Technologies:
Julius: Wir haben gehört, dass es in Zukunft nur noch Drohnen geben soll – als Ersatz für Flugzeuge, stimmt das ?!

 

Beldzik: Natürlich kann niemand die Zukunft voraussagen, aber man kann daran arbeiten. Das tun wir gemeinsam mit vielen Partnern. Wir sind z.B. Technologie-Partner des VOLO VC200. Das ist eine neue Art von Hubschraubern, die wir gemeinsam entwickeln. Senkrecht starten und landen wird günstiger, einfacher und sicherer. Dank der 18 Rotoren („Flügel“ oder „Propellerblätter“). Erste Testflüge sind bereits unternommen worden. Mit einer Lastkraft von 120kg. Bis es soweit ist, dauert es natürlich. Aber wir sind sicher, solche „bemannten“ Drohnen werden irgendwann kommen. Das System dazu funktioniert schon und ist „redundant“ und „additiv“.

 

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Sophie: Was heißt das genau „redundant“ und „additiv“?

 

Beldzik: Das heißt, dass das System ständig Informationen über sich selbst sammelt und diese gleich verarbeitet, damit die Drohne bzw. der „Volocopter“ sicher fliegt. Die Propeller z.B. arbeiten immer zusammen („additiv“) und passen sich laufend der Windstärke und der Luft an. Das passiert automatisch, auch bei eigener Steuerung über die Fernbedienung, ohne dass der Mensch etwas dafür tut. Auch die Elektronik und die Software überprüft sich gegenseitig und gleicht Fehlern aus. Alles ist dreifach abgesichert („redundant“), so dass der „Volocopter“ stabil in der Luft gehalten werden kann, auch wenn der Pilot mal den „Joystick“ loslässt – wie ihr auf dem Video sehen könnt:

 

https://www.youtube.com/watch?v=PDcpwhhUFAo

 

 

 

Annabell: Was war der gefährlichste Einsatz einer „ihrer“ Drohnen?

 

Beldzik: Wir bestimmen ja nicht, wo unsere Drohnen zum Einsatz kommen. Das bestimmen unsere Kunden, die uns dann auch immer Infos oder Videos dazu schicken. Das spektakulärste Video in letzter Zeit (Stand: Februar 2015) , waren Bilder von der Bergung der Concordia. Das war das Kreuzfahrtschiff, das vor drei Jahren gekentert und seitdem vor der italienischen Küste lag. Mit unserer Drohne AscTec Falcon 8 , die dazu abwechselnd mit einer Video- oder Fotokamera ausgestattet war, konnte eine Verknotung der Taue an einer der Seilwinden entdeckt werden. Diese hätte das gesamte Bergungsunternehmen und v.a. die Taucher gefährden können, die im Wasser gerade den unteren Teil der Seilwinden kontrollierten. So ist nichts passiert.

Das Video dazu findet ihr übrigens hier: https://vimeo.com/116945708, © Cyberhawk

 


Vielen Dank für das Interview!

 

Schon gewusst?!
Das Wort Drohne kommt aus dem Tierreich und bezeichnet männliche Bienen, Wespen, Hummeln oder Hornissen. Manche sagen auch: Multicopter. Weil die Drohnen keine Tragflächen wie ein Flugzeug haben, sondern mehrere Propeller bzw. Flügel („kopter“ = griechisch“). Oder UAVs („unmanned aerial vehicle“ = unbemannte Flugobjekte)

Text: Julius, Annabell, Sophie und Silke Schetelig. Fotos: Severin Vogl

 

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